07.07.2017 - Düsseldorf - 1,17 Kg Kokain bei Körperschlucker

Kokain wird häufig bei Flügen aus Südamerika eingeschmuggelt, nicht selten von sog. „Körperschluckern“, die zwischen 0,7 und 1,2 Kilo Kokain schlucken, verpackt in Kondomen oder sonstigen Einweg-Gebinden. Die Körperschlucker sind nur Kuriere, ihr Kurierlohn pro Flug beträgt ca. 1.500 – 3.000 €. Einer von ihnen - aus Curacao kommend - wurde am Düsseldorfer Flughafen mit 1.170 Gramm Kokain in seinem Magen-Darm-Trakt aufgegriffen.

Strafmilderung für tätige Aufklärungshilfe (§ 31 BtMG) - taktierendes Aussageverhalten

Unmittelbar nach seiner Festnahme machte der Beschuldigte Angaben zum Tatgeschehen und benannte die später von uns vertretene Angeklagte als seine Auftraggeberin, was ihm in seinem Verfahren vorschnell mit der Strafmilderung für tätige Aufklärungshilfe (§ 31 BtMG) belohnt wurde, wenn man bei einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten wirklich von „Belohnung“ sprechen möchte.

Seine Aussagen gegen die vermeintliche Auftraggeberin aus den Niederlanden hatten es in sich, sie führten zu einem internationalen Haftbefehl gegen die Mutter von drei Kindern, die in Amsterdam verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert wurde. Immerhin konnte der Drogenschmuggler die angebliche Auftraggeberin sehr gut beschreiben, er kannte u.a. ihre einzigartige Lilientätowierung, die das Gericht später in der Hauptverhandlung sehen wollte. Er wusste wo sie wohnte und gab vor, ihre familiären Verhältnisse genau zu kennen.

„das passe hinten und vorne nicht"

Für die dreifache Mutter begann ein Alptraum, der erst mit dem Freispruch zu Ende war. Die Angeklagte wurde aufgrund der aufgezeigten Widersprüche in den Angaben des Belastungszeugen und seines offenbar taktierenden Aussageverhaltens von der 12. Strafkammer des Landgerichts Düsseldorf (12 KLs 03/16) freigesprochen. Ein früherer Vernehmungsbeamter sagte am Ende der Hauptverhandlung aus, er hätte die Aussagen des Zeugen ursprünglich als sehr genau und glaubhaft bewertet, zumal sich die Beschreibung der Angeklagten und deren Wohnung im Nachgang exakt bestätigt hätten. Jetzt sehe er aber ein „das passe hinten und vorne nicht."

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